Cache-Police – Brauchen wir sowas wirklich?

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Caches archiviert – wegen anderer Cacher. …. Besserverstecker ….. etc. Aus gegebenen Anlass in unserer Region, nämlich Archivierung der Caches von Fichtelwichtel durch den Owner möchte ich hier mal einen kleinen Beitrag eröffnen, in dem natürlich mitdiskutiert werden soll.

Im Geoclub wird zur Zeit in der Rubrik Franken (Beitrag) über die Archivierung der 13. Gipfel-Serie und all seiner anderen Caches von Fichtelwichtel diskutiert.
Anstoß war scheinbar ein needs maintenance-Log und die darauf folgende Reaktion eines Approvers. Der needs maintenance-Log scheint mittlerweile entfernt worden zu sein . Leider ist hier nicht ganz ersichtlich ob hier wirklich nur diese beiden Sachen der Auslöser waren oder ob Fichtelwichtel noch andere Gründe hatte seine Caches zu archivieren.
Fakt ist, das hier eine sehr schöne Serie in unserem Raum zu ende gegangen ist. Noch dazu ist die Cachedichte im Fichtelgebirge nicht gerade üppig.
Es wäre natürlich schön hier mehr über die Gründe zu erfahren.

Wird zu schnell nach Archivierung geschrien? Sind manche Owner etwas zu empfindlich? Brauchen wir Cacher, die „wissen was für uns gut ist“?

Ich stelle jetzt einfach mal diesen Text zur Diskussion in den Raum …..

24.07.2006 Stellungnahme / Meinung von Fichtelwichtel zu dem Ganzen. Darüber sollte wirklich mal nachgedacht werden.

Hallo Wolfgang!

irgendwie hat mir mein GMX einen Streich gespielt und hat einen Text, den ich schon vor 10 Tagen für das Forum geschrieben habe scheinbar nicht an Dich weiterversandt. Den Text bitte ich Dich auch im Forum zu veröffentlichen. Ich sehe die Diskussion dann dazu auch von meiner Seite als beendet an.

Die Archivierung der 13 Gipfel war keine Kurzschlußreaktion auf Kritik an dem Einen oder Anderen Cache. Sie ist vielmehr der bisherige Tiefpunkt einer Entwicklung, welche sich seit mehr als einem Jahr fortsetzt. Der „need mainteance“ Log beim Cache Nußhardt war eigentlich nur der Tropfen, der das Faß zum überlaufen gebracht hat.
In den zwei Jahren, in denen Frankens Höchster allein existierte wurde er acht(!) mal geloggt, davon zweimal als Wartung von mir selbst. Ob es wohl einem der damaligen Finder klar war, daß er sich im Naturschutzgebiet aufhielt? Alles negative in den Logs war die Beschwerde über die Horden von Stechmücken, die über die Sucher herfielen. Aber auch dieser Cache war schon im Naturschutzgebiet! ALLE 13 Gipfel liegen im Naturschutzgebiet, da das gesamte Fichtelgebirge Naturschutzgebiet ist. Was soll dann bitte eine Verlegung bringen? Soll es die Seelen beruhigen, die sich durch das Aufstellen eines Hinweisschildes beeinträchtigt fühlen? Für alle, die es interessiert: Die 13 Gipfel beherbergen die letzten (@nightjar) autochthonen Auerhahnbestände Bayerns außerhalb der Alpen, liegen in der Nähe der Kinderstube der einzigen freien Luchspopulation Nordbayerns und wer sich auskennt hätte in Nischen des Einen oder anderen Felsens entlang der Wanderwege auch noch Restbestände des vom Aussterben bedrohten Leuchtmooses finden können.
Es ist nun einmal so, daß wir uns in der Natur bewegen. Um diese auch zu bewahren und keine Zerstörungen wie bei Bovist schon geschehen anzurichten, habe ich bewusst Spoilerbilder mitgeliefert, mit denen die Verstecke eigentlich leicht zu finden sein sollten. Die 13 Gipfel waren bewußt keine Drive-Inns. Und eigentlich ging ich davon aus, daß Cacher, die diese Wanderungen auf sich nehmen, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen verstehen. Wenn dann allerdings aus der Freude an der Natur eine Bambi-Verklärung wird, in der der Mensch der Natur alleine durch seine Anwesenheit schadet und dabei vergessen wird, daß wir auch im Fichtelgebirge eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft vorfinden, dann sollten vielleicht Lehr- und Studienpläne wieder mehr auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und nicht auf ein verklärtes Gehenlassen der Natur ausgelegt werden.
War vor Jahren das Cachen noch eine Freizeitbeschäftigung einiger Freaks, die es liebten, mit einer Aufgabe durch die Natur zu streifen, so ist es heute zu einem Wettkampf mutiert, in dem es darum geht, wer die meisten, die originellsten, schwierigsten oder ungewöhnlichsten Caches verlegt. Was gilt schon ein Cache, für den man nicht eine Kletteraustüstung, einen Taucheranzug oder wochenlange Bibliotheksstudien braucht? Ich gebe zu, mich auch kurzfristig von dieser Megalomanie habe anstecken zu lassen (Barocke Freude) aber mit den 13 Gipfeln und Thus wollte ich zurück zu den Ursprüngen – Verstecke in schöner Natur.
Geocaching wird somit zum Massenphänomen und leidet damit unter den gleichen Problemen wie Mountainbiking oder Skifahren. Wo zuviel davon betrieben wird, schadet es. Deshalb auch die Archivierung. Ich gebe die Caches auch nicht zur Adoption frei, denn wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn der Wald in Ruhe gelassen wird. Seid kreativ und entwickelt eigene Serien (ein paar hätte ich noch im Kopf)!
Zum Schluß nehme ich noch die gescholtenen Admins etwas in Schutz. Ihr müßt auch nur das tun, was Euch die Spielregeln vorgeben. Wenn dann ein Cache nun einmal im NSG liegt, dann habt Ihr nun mal einzuschreiten. Die Frage ist aber, ob es überhaupt erst an Euch gemeldet werden muß, denn wo bekanntlich kein Kläger, da auch kein Richter!
Aber noch einmal an ALLE: GEOCACHING IST EIN SPIEL!!! Nehmen wir es doch bitte nicht zu ernst. Kehrt wieder zurück zum Augenmaß und seht es nicht so verbissen.
Trotzdem bleibe ich Euch auch als Cacher weiter erhalten und man sieht sich sicher einmal im Feld
Gruß
Fichtelwichtel (Schnuck liegt zu meinen Füßen)

6 Antworten auf „Cache-Police – Brauchen wir sowas wirklich?“

  1. Was im Moment hier im Bereich Franken ab geht ist wirklich nicht gerade die feine Art. Hier wird jetzt aus Revanchegründen needs maintenance-Log geloggt oder eine Cacheentfernung per \“Selbstjustiz\“ angedroht.

    Dann loggen manche ein SBA aus Spaß und finden das in dieser Situation lustig. Wieder andere loggen sich mit einen Pseudonym ein um ein SBA zu loggen, da sie sich nicht mal trauen ehrlich dahinter zu stehen.

    Ziemlich ärmlich das Ganze. 🙁

  2. Hallo !

    Wir waren am Wochenende auf Cachetour und hatten auch zwei DNF’s dabei !
    Als wir dann am Abend unsere DNF als „NOT FOUND“ loggen wollten, sahen wir, dass auch ein anderer Cacher dort war und auch den Cache (der gemuggelt war) nicht gefunden hatte.

    Er loggte jedoch mit einem FOUND. Die Begründung war folgende

    “ Ich war ja an der richtigen Stelle, das der Cache weg war, ist doch nicht mein Problem !“

    Auch ein Cache den er nicht gefunden hat (Der Cache war aber noch da ! Da wir Ihn gefunden hatten) loggte er als „FOUND“ und nicht als „DNF“

    Nun habe ich sogar rausgefunden, dass das anscheinend NORMAL ist. Auch werden per E-Mail Listen verschickt auf denen die LÖSUNGEN etlicher Mystery Caches stehen.

    Also ich glaube ich bin im falschen Film, was hat das bitte schön mit Geocaching zu tun ?

    Ich hätte hierzu gerne mal ein paar Stimmen von anderen Geocachern gehört.

    Was meint Ihr dazu ?

    Grüße Team PANISA

  3. @Panisa: DAS ist also dann doch Statistikcachen (Geckos, Ihr habt recht, es gibt sie doch). Wenn jemand einen Found loggt, wo kein Cache ist, ist der Finder zahlengeil, anders kann man es nicht sagen.

    Aber zu obiger Diskussion:
    Es ist uns sicherlich schon allen mal passiert (selbst mir als Anfänger schon), dass man am Final verwüstete Natur vorfindet. Ich frage mich da manchmal, wie die Leute suchen – mit’ner Kettensäge? Wenn man Caches legt, sollte man schon darauf achten, was man damit bezwecken kann und somit sind Spoilerbilder bei der obigen Serie natürlich Pflicht. Naturschutzgebiete sind natürlich heikel, keine Frage.
    Kann schon sein, dass sich das Cache zu einer „Trendsportart“ entwickelt. Ich bin über das Wanders darauf aufmerksam geworden, in der Natur aufgewachsen und somit sensibilisiert. Das ist mit urbanen Cachern vielleicht anders, kann ich aber nicht unbedingt beurteilen.

  4. Ach herrjeh, hab grad versucht die ganze Diskussion im Geoclub zu lesen, das artet ja ganz schön aus.
    Meines Erachtens ist da ganz schön Emmotion drin. Es hätte beiden Seiten gut getan, etwas bedachter an die Sache heran zu gehen. Caches einfach einzupacken, weil sie einem nicht gefallen ist nicht fair, da hätten die Geckos ja schon mindestens einen von mir eingepackt 😉 Richtig war, wie Ihr reagiert habt – nämlich mit dem Hinweis im Log und mit einer Notiz im CGC Forum. Daraufhin hab ich meinen Fehler eingesehen und ihn verlegt. Ohne Emotion und mit kühlem Kopf gehts doch echt einfacher. Jene, die Fichtelwichtels Cache eingepackt haben scheinen ja ein wenig „speziell“ zu sein, da viele Archiviert-Hinweise. Etwas eigen zu sein ist ja nicht verkehrt, jeder nach seiner Facon, nur selbst Richter und Henker zu sein ist nicht okay.

  5. Zufällig diese Seite gefunden, suf der Suche nach neuen Ideen. Muss hier mal kurz anmerken, bei dieser Seite bin ich wirklich hin und hergerissen. Pro finde ich die herrlichen Landschaften, die Bewegung und die Leidenschaft diese Caches auf den Gipfeln zu suchen und die Nähe zum eigentlichen Sinn von Geocaching. Contra allerdings auch wirklich die z.T. natureingreifenden Caches mitten -oder sagen wirklich- direkt in verwachsenen Naturzonen. Ich habe zwar noch nicht so viele dieser Serie, aber abschreckend fand ich die Dose am Nusshardt (wirklich alles zugewachsen, auch die Bodenspalten) wo man in ein verwildertes Biotop muss. Gut, man hätte sagen können, lassen wir die Dose liegen und geniessen die Aussicht am Gipfel, bin aber dennoch in die Wildnis rein. Zugegeben, ein mulmiges Gefühl hat man da schon. Dennoch bin ich für die Archivierung dieser (nur einige wären besser aber dann wärs ja keine Serie) da viele andere wesentlich rüpelhafter vorgehn und mit Kamikaze-Aktionen in so einen Schutzgebiet doch mehr Schaden anrichten. Aber gehn solche auf solche Berge überhaupt hoch? Ich könnte noch eine Zeitlang drüber schreiben, zum Glück is das Thema ja fast durch seit einigen Jahren. Mach ich halt die archivierten weiter. Cache on!

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